Geschichte

Kolderar: Rabautz, Polterer aus dem Allgäuer Wörterbuch von Huber

 

Abstammung der Kolderar

 

Wo genau und wann die Kolderar in unsere Gegend kamen, ist wissenschaftlich nicht geklärt, auch nicht von welchem Volksstamm sie abstammen. Es könnte aber sehr gut sein, dass es abgeschnittene Stämme der Franken waren, die ja durch die Alemannen zurückgedrängt wurden.

1335 wird die Burg Achberg erstmals erwähnt als sie mit allem Zubehör von Johannes Truchseß von Waldburg an den Schelklin Wolbrechtshaus und seinem Bruder Johannes verkauft wurde. Dies war die hohe Zeit der Kolderar, sie lebten in den dunklen Wäldern an der Argen, machten sich immer wieder in der Nähe der Burg bemerkbar. Wenn sie fremde Menschen zu Gesicht bekamen, dann schützten sie ihre Burg mit lautem Gepoltere und auch handgreiflichen Auseinandersetzungen. War gerade keine „feindliche Gruppe“ zum Vertreiben, dann halfen sie den Köhlern und Kalkbrennern bei ihrer Arbeit. Ein beliebter Ort für ihre Zusammenkünfte war die Teufelsküche an der Argen unterhalb des Schlosses. Ganz besonders wurden bewaffnete Gruppen begleitet, aber immer mit gebührendem Abstand und für die Eindringlinge unsichtbar. War jedoch Gefahr für die Burg in Verzug, dann holten sie ihre Keulen und Speere, kreisten die Eindringlinge ein und vertrieben sie mit lautem Getöse. Sie kannten ja jeden Winkel in ihrem Wald, ihre Kleidung war der Umgebung angepasst

 

Mit den Bauern in der Umgebung kamen sie ganz gut klar, außer sie trieben es wieder einmal zu bunt, dann wurden sie mit Gabeln und Dreschflegeln in den Wald zurückgetrieben. Wurde ein Bewohner aus der Gemeinde wegen seines Lebenswandels vertrieben, so konnte es sein, dass er sich den wilden Gesellen anschloss.

 

Mit jedem Wechsel in der Burgherrschaft mussten sie sich mit der neuen Herrschaft wieder auseinandersetzen. Wollte man sie nicht in der Nähe haben, dann passierte halt so allerlei Unerklärliches, wie z. B. war in einem Fischweiher plötzlich kein Wasser mehr, bis die Herrschaft einsah, dass sie sich besser mit ihnen vertragen sollte.

 

Das Ende der Kolderar in den Argenwäldern kam mit der Herrschaft des Deutschen Ordens, die ihre eigenen Soldaten mitbrachten, um das neu erbaute Schloss zu bewachen. Sie zogen sich immer mehr in Richtung Allgäu zurück, wo man heute noch manchem nachsagt, er sei ein Kolderar, ein wilder raubeiniger Geselle.

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